Die Kunst des Musizierens 
Von den physiologischen und psychologischen Grundlagen zur Praxis

Schott Verlag, 6. überarbeitete Auflage 2013, jetzt mit dem Koautor Eckart Altenmüller, Übersetzung ins Chinesische, 288 Seiten, broschiert, mit Abbildungen und Notenbeispielen, EUR 19,95 ISBN 3-7957-8706-8

 

Musizieren - wie geht das eigentlich, in welcher Weise sind Körper und Geist in der Lage, die staunenswerte Leistung meisterhaften Musizierens zu vollbringen?

Ausgehend von dieser Frage nicht nur die dem Musizieren zu Grunde liegenden Abläufe innerhalb des Nervensystems und des Bewegungsapparates, sondern beschäftigt sich ebenso mit deren immer wieder auftretenden Blockierungen. Der Übende wie der Pädagoge erhält praktische Hinweise, wie durch entsprechende Übemethoden unnötige Grenzen überwundene werden können.

 Das Kapitel über Bewegungslernen, sinnvolles Üben und die Rolle der Emotionen, insbesondere der Angst und ihrer Bewältigung , werden ergänzt durch eine auf dem aktuellen Forschungsstand fußende Beschreibung des Nervensystems und der beim musizieren beteiligten Sinnesorgane.

Die Darstellung basiert auf der Erfahrung langjähriger, medizinischer, pädagogischer und künstlerischer Tätigkeiten.


Rezensionen

RENATE KLÖPPEL: 
Die Kunst des Musizierens. 
Von den physiologischen und psychologischen Grundlagen zur Praxis

Ein Übersichtswerk, auf das Musikpädagogen lange warten mussten: Bisher gibt es selbst im englischsprachigen Raum kein Buch, in dem physiologische und psychologische Erkenntnisse zu den Grundlagen des Musizierens in dieser Weise aufgearbeitet worden sind. Renate Klöppel setzt dort an, wo das Handbuch des Rezensenten (Musikpsychologie, 1994) zwangs- läufig aufgrund der größeren Zielgruppendefinition aufhören mu8. In überlegter Weise sind die Befunde aus Medizin, Physiologie und Psychologie ausgewählt und unter einer handlungs- theoretischen Perspektive auf die Musik bezogen. Musikmachen wird als Einheit von Denken, Fühlen und Handeln erklärt. Handlungssteuerung, Automatisierung, Antizipation von Bewegungen, Gedächtnis, Emotion und Aufmerksamkeit – die psychologischen Fachausdrücke sind verständlich erklärt und mit aktuellen Literaturverweisen belegt. Die Ableitung von Hinweisen zum Üben können direkt in Didaktik-Vorlesungen übernommen werden. Jeder, der sich beruflich mit Instrumentalspiel und Unterricht beschäftigt, muss dieses Buch durchgearbeitet haben. Für die Systematische Musikwissenschaft wird ein neuer Maßstab gesetzt. In der Musikpsychologie ersetzt Renate Klöppel das weit verbreitete Werk von Roederer. Ein Standardwerk, das in keiner Musikbibliothek fehlen darf.

Herbert Bruhn
DAS ORCHESTER 10/94